Heigl AnaMaria

AndersWelt
Ein Artikel über die Künstlerin geschrieben von Katerina Teresidi:

Sanfte Schwermut und konstante Veränderlichkeit

Es ist nicht selbstverständlich, dass wir bleiben, doch es ist sicher dass wir gehen – vor diesem Hintergrund zwischen dem Traum, dem Gestern und dem heutigen Tag bekommen dein Lächeln und meine Umarmung ihre Bedeutung. Es geht nicht um das Sichtbare, sondern um das Unsichtbare zwischen den Menschen.

Auch innere Schwere kann eine bewegende Kraft sein – Im Falle AnaMaria Heigls veranlasst sie die Künstlerin ihr emotionales Gedächtnis auf kaltgewalzte Stahlbleche mit vergangenen Spuren in Vaters Werkstatt zu bannen, Lebensschnappschüsse auf Rohleinen zu drucken und mit Öl, Farbe und Firnis zu überarbeiten. In Schattenbildern, Impressionen von Unterwegs kommuniziert sie mit dem Betrachter, erinnert ihn stets an die Unbeständigkeit des Daseins, führt ihn langsam an die einzige Sicherheit heran, die es gibt: die Wirklichkeit der Veränderung.
In Ihrem Œuvre zeigt sie eine Anderswelt voller flüchtiger Andeutungen, Schatten und beinahe vertrauter Formen – eine Zwielichtwelt hinter den Spiegeln, die man aus dem Augenwinkel wahrnimmt, die beim zweiten Hinsehen jedoch nicht mehr da ist – doch wenn man den Blick trainiert, so sieht man sie beständig.

Sie ist Zuhause zwischen Tag und Traum

Geboren in Grossarl bei Salzburg, besucht die Künstlerin die Universität der Angewandten Kunst in Wien und gründet gemeinsam mit Christian Jauernik „anaplus“- eine Projektwerkstatt mit Schwerpunkt auf Bildhauerei, Abformungen, Spezialkostüme, Puppen, Masken und Tierskulpturen. Die Künstlerin realisiert Performance und Installationen, entwickelt verschiedene Puppenspielprojekte und setzt sich seit 2006 intensiv mit dem Medium Fotografie auseinander.

Wie Mag.Silvia Müllegger, Kunsthistorikerin, es treffend formuliert hat, öffnet sich das Unbekannte und Unbewusste wenn man erwartungslos, absichtslos und bedingungslos einen inneren Weg beschreitet, der keine Richtung vorgeben will. Die Gefahr der Verlusthaftigkeit ist immanent.

AnaMaria Heigl hat sich kompromisslos auf diesen Weg, auf diese Innere Suche begeben, sie ist zwischen Tag und Traum heimisch geworden und hat durch ihr Arbeiten einen Grund erreicht, der in einer parallelen Dimension verankert ist. Von diesem Standpunkt aus betrachtet sie das Geschehen auf der Alltagsebene aus einem entsprechend veränderten Blickwinkel, der es ihr erlaubt, abgelegene Bedeutungsebenen wahrzunehmen und diese stilistisch konstant und bemerkenswert deutlich dem Betrachter näher zu bringen.

http://www.anamariaheigl.at/

Das Oeuvre der Künstlerin AnaMaria Heigl ist nicht nur vielfältig und facettenreich in der Wahl des künstlerischen Ausdrucks sondern zeigt eine feinsinnige und unaufdringliche Auseinandersetzung mit der conditio humana. Inspiriert von einer unaufgeregten urbanen Alltäglichkeit, von Situationen oder Gedichten, zeichnet die Künstlerin mit dem Medium der Fotografie im wahrsten Sinne des Wortes eine verborgene Welt, die sich dem Passanten nur durch die Reflexion seiner selbst erschließt. So merkwürdig distanziert und abstrakt diese seelischen Momentbilder erscheinen, sind sie uns doch gleichsam so vertraut.

© Silvia Müllegger


Biografie

Geboren in Großarl/Salzburg. Nach dem Besuch der Universität der Angewandten Kunst in Wien

gründete sie gemeinsam mit Christian Jauernik „anaplus“, eine Projektwerkstatt mit Schwerpunkt auf Bildhauerei, Abformungen, Spezialkostümen, Puppen, Masken als auch Tierskulpturen. Sie realisiert ebenso Performances und Installationen, entwickelte unterschiedlichste Video-Puppenspielprojekte und setzt sich seit 2006 intensiv mit der Fotografie auseinander.

AnaMaria Heigl, lebt und arbeitet in Wien.